Klein ist handlich. Aus diesem Grund sind Apfelbäume mit hohen Stämmen vielerorts „aus der Mode“ geraten. Weil die Bewirtschaftung leichter ist, gehen die Landwirte dazu über, niedrigstämmige Obstbäume in Plantagen anzupflanzen. Die Mehrfachnutzung der Streuobstwiese als Viehweide oder Mähwiese sowie zur Imkerei ist dabei mehr und mehr ins Hintertreffen geraten.

So begann sich die Kulturlandschaft Baden-Württembergs zu verändern. Der Streuobstanbau verlor an landschafts-prägender und ökologischer Bedeutung, die Streuobstwiese gehört mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Ausgedehntere Bestände finden sich in Deutschland nur noch am Fuße der schwäbischen Alb. Dort sind auch großflächige Streuobstbestände von BirdLife International als “Important Bird Areas” benannt sowie vom Land Baden-Württemberg laut EU-Vogelschutzrichtlinie als Vogelschutzgebiete bei der EU gemeldet.

Die alten Sorten, die auch heute noch traditionell im Streuobstanbau verwendet werden, wurden zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen. Sie sind daher gegenüber Krankheiten und Schaderregern als besonders robust einzustufen.



Während die heutigen Kultursorten, die im Intensivobstbau verwendet werden, auf weitgehend identische Elternsorten zurückgehen, stellen die typischen alten Obstsorten der Streuobstwiese, die über Jahrhunderte ortsspezifisch entwickelt wurden, damit ein großes genetisches Potential dar.